ENCEPHALOMYELITIS
Encephalomyelitis disseminata, Charcot Krankheit

Der Begriff "Encephalomyelitis" beschreibt Entzündung des Gehirns (Encephalitis) und Rückenmarks (Myelitis), meist verursacht durch Infektion (= Ansteckung), z.B. Tollwut, aber auch toxisch/allergisch (durch Gift/Überempfindlichkeit bedingt).

Für die Schmerztherapie ist die Encephalomyelitis disseminata von Bedeutung, da bei über 50% der betroffenen Patienten behandlungsbedürftige Schmerzen auftreten.
Die Encephalomyelitis disseminata ist in Nordeuropa (auch Nordamerika) eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Die Inzidenz
(= Anzahl der Neuerkrankungen) beträgt 4 bis 6 Fälle pro Jahr und 100000 Einwohner. Eine familiäre Häufigkeit wird unterschiedlich angegeben (3-12%). Das Risiko einer Encephalomyelitis disseminata-Erkrankung ist 15 mal größer, wenn diese Krankheit in der Familie vorkommt (Mumenthaler 2001).

Synonyme (= andere Bezeichnungen) für die Encephalomyelitis disseminata: Mu ltiple Skl erose, dissemin ierte Encephalomyelitis, demyel inisierende Encephalomyelitis, Ent markungs-Encephalomyelitis, Polys klerose, Scleros is mu ltiplex, Scl erose en P laque dissem inée, Charcot Krankheit.  

Die Encephalomyelitis disseminata ist eine Ent markungskrankheit des zentralen Nervensystems mit herdförmig regellos verteiltem Markscheidenzerfall, perivaskulären (= um Blutgefäße herum)  Infiltraten, gliösen Proliferationen (= narbengewebsartiger Umbau) und Narben. 
Es liegt ein exogen
(= durch äußere Ursachen)  oder endogen induzierter (= im Körper selbst entstandener)  immunologischer Prozeß vor. Die Encephalomyelitis disseminata tritt vorwiegend im 20. bis 50. Lebensjahr auf.
Die Ätiologie
(= Krankheitsursache)  ist möglicherweise vielfältig. Angenommen wird u.a. eine wahrscheinlich im Kindesalter eintretende latente (= verborgene, schleichende)  sog. Slow-Virus-Infektion, die erst nach Jahren klinisch faßbare Ausfallserscheinungen hervorruft durch die aus ihr resultierende Autoaggressionskrankheit (= verursacht durch Antikörper, die gegen körpereigene Stoffe gerichtet sind).
Krankheitssymptome bei Encephalomyelitis disseminata
(Charcot Krankheit): pseudoneurasthenisches (= ähnlich wie eine Schwäche, Erschöpfung des zentralen Nervensystems)  oder rheumatisches Prodromalstadium (= Vorläuferstadium), Hirnnervenausfälle (retrobulbäre Neurit is (= Ner venen tzündung hinter dem Augapfel)), Augenmuskellähmung, skandierende (= abgehackte, schleppende) Sprache, spastische (= krampfartige) Lähmungen, Kleinhirnsymptome (= Störung der Bewegungsabläufe an Rumpf und Be inen, Falltendenz), Sensibilitäts- (= Empfindungs-), Blasen- u. Mastdarmstörungen, Euphorie und  später Demenz (= Verlust erworbener intellektueller Fähigkeiten).
Der Verlauf ist schubweise mit Remissionen
(= vorübergehende Besserung)  oder chronisch-progredient (= langsam zunehmend), bisher keine kausale (= auf die Ursache gerichtete) Therapie möglich.

Nach einer Mitteilung in der Zeitung "Welt" vom 8.11.2002 gibt es einen neuen Therapieansatz gegen die Encephalomyelitis disseminata (Charcot Krankheit). Wissenschaftler der Universität Stanford fanden heraus, daß der gebräuchliche Cholesterinsenker Atorvastatin (Sortis®) bei Mäusen die Encephalomyelitis disseminata verhindern kann. Auch der Zustand bereits erkrankter Tiere verbesserte sich.

Schmerzen können bei Encephalomyelitis disseminata (Charcot Krankheit) in vielerlei Gestalt auftreten.
Eine medikamentöse Schmerzbehandlung ist schwierig, Analgetika
(= Schmerzmittel) vom "peripheren" Typ helfen überwiegend nicht. Meist kommt man um die Verordnung von Opioiden (= morphiumähnliche, im Gehirn/Rückenmark wirkende Schmerzmittel)  nicht herum.
Auf jeden Fall sollte das zentrale Muskelrelaxans
(= im Gehirn/Rückenmark wirkendes Mittel zur Muskelentspannung)  Baclofen (z.B. Lioresal®) versucht werden.
Die Kombination mit Antidepressiva (z.B. Doxepin, Maprotilin)  hat sich bewährt, auch oder besonders unter schmerzdistanzierendem Aspekt.

Besonders MS-Patienten sind auf eine intensive psychologische Betreuung angewiesen (Krankheits- bzw. Schmerzbewältigung).

Da Schmerzen bei Encephalomyelitis disseminata (Charcot Krankheit) hpts. Ar me und Be ine betreffen, bietet sich als alternative Schmerzbehandlung mit guten Erfolgsaussichten die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von wiederholten Nervenblockaden (= Nervenbetäubungen) an, in hartnäckigen Fällen kontinuierlich mit Katheter.
Das verwendete Lokalanästhetikum
(= örtliche Betäubungsmittel) wird bei dieser Therapie verdünnt verabreicht, so daß nur die Sensibilität und damit das Schmerzempfinden, aber nicht die Motorik (= grobe Kraft) beeinträchtigt werden und so begleitend physiotherapeutische Maßnahmen durchführbar sind, zumal bei Encephalomyelitis disseminata -Patienten regelmäßig ein Rehabilitationsbedarf besteht.

Bei Armschmerzen wird der sog. Plex us brachial is (= großes Armnervengeflecht)  wiederholt betäubt, im Bereich der Be ine der Nervus femoral is (= vorderer Oberschenkelnerv)  (vorderer, innerer Oberschen kel und innerer Anteil des Unterschenkels) und/oder der Isch iasnerv (Oberschenkelrückseite und seitlicher sowie rückwärtiger Unterschen kel sowie Fu ß). 

Bei ca 3-5% der Patienten mit Encephalomyelitis disseminata (Charcot Krankheit) tritt auch eine Trigemi nus-Neuralgie auf, und zwar überwiegend in der "idiopathischen" Form.
Diese Art der Trigemi nusneuralgie kann allerdings nicht als "idiopathisch" bezeichnet werden, da dieser Begriff einem primären Gesich tsschmerz zugeordnet ist, also ein eigenständiges Krankheitsbild darstellt. Nach dieser Definition handelt es sich bei Trigemi nusschmerzen im Rahmen einer Multiplen Sk lerose demnach um eine sekundäre Erkrankung.
Die Behandlung dieser Trigemi nusaffektion folgt den Grundsätzen zur Behandlung einer idiopathischen Trigemi nusneuralgie, wobei die Behandlungsergebnisse unerklärlicherweise noch besser als bei der idiopathischen Form sind.

Die Behandlung dieses Gesichtsschmerzes ist auf der Web-Seite www.trigeminus-neuralgie.de ausführlich beschrieben.

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B
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C
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D
Deafferenzierungsschmerzen, diabetische PolyneuropathieDorsalgie, Dysästhesien, Dyspepsie, Dystrophie, Dystrophie-Syndrom
E
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G
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I
Idiopathischer Kopfschmerz, ImpingementsyndromInsertionstendopathie, InsultIntermediusneuralgie, IschialgieIschias, Ischiassyndrom, Ischiolumbalgie
K
Kalkaneodynie, Karpaltunnelsyndrom, Kniearthrose, Kniegelenkarthrose, Kniegelenksschmerzen, Koccygodynie, Kokzygodynie, Kolitis, Kolitis ulcerosa, Kolon irritabile, Kombinationskopfschmerz, KompressionssyndromKnochenentzündungen, Kopfschmerzen vom Spannungstyp, Krämpfe in den Waden, Krämpfe in der Wade, Kraniomandibuläre Dysfunktion, Koxarthrose, Krebserkrankung,
L Lumbalgie, Lumboischialgie, LWS-Syndrom, Lyme-Krankheit, Lyme-Borreliose, Lymphödem, Lymphödeme 
M
Magenschleimhautentzündung, Mastodynie, Metatarsalgie, Migräne (1),  Migräne (2), MononeuropathieMorbus Bechterew, M. Crohn (1), Morbus Crohn (2), Morbus-Krohn, Morbus Scheuermann, Morbus Sudeck, Morton Neuralgie, Myalgie,  myofaziales Schmerzsyndrom
N
Nacken-Zungen-Syndrom, Nasoziliarneuralgie, Nebenhöhlenentzündungen, Neck-tongue-Syndrom, Nervenentzündung, Nervenkompressionssyndrom, Nervenwurzelkompressionssyndrom, Neuralgie, Neuritis, Neuroborreliose, Neuropathien,
O Offene Beine, offenes Bein, Okzipitalsyndrom, Omalgie, Osteochondrose, Osteochondrosen, Osteochondrosis, Osteoporose,
P Paraparese, Paraplegia, Paraplegieparoxysmale HemikraniePelvipathie, Periarthritis, Periarthropathia humeroscapularis, Periarthropathie, periphere arterielle Durchblutungsstörungen, periphere arterielle VerschlußkrankheitenPhantomschmerz, Phantomschmerzen, Polymyalgia, Polyneuropathien, Postherpetische Neuralgie, Postdiskektomie-Syndrom, Postdiskotomie-Syndrom, Postnukleotomie-Syndrom, Postthrombotisches Syndrom, Posttraumatische Kopfschmerzen, Postzosterneuralgie, Postzosterische Neuralgie, Processus styloideus-Syndrom, Proktodynie, Pronator teres-Syndrom, pseudoradikuläre Syndrome, Pudendus-Neuralgie 
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R
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T Tendinose, Tendopathie, Tendomyopathie, Tendovaginitis, Tenosynovitis, Tennisarm, Thorakalsyndrom, Thrombangiitis, Tietze-Syndrom, Trigeminus-Neuralgie, Trigeminusneuralgie,
Tumorschmerz (1), Tumorschmerz (2), Tumorschmerztherapie
U Überlastungssyndrome, Ulcera cruris, Ulcus cruris, Ulkus cruris

V
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Wadenkrämpfe, Wadenkrampf,
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Schmerzklinik (1): www.schmerzklinik-1a.de, Schmerzklinik (2): www.schmerzklinik-1.de